
Es ist schön, begehrt zu werden. Komplimente steigern das Selbstwertgefühl. Das alles bekomme ich von ihr. Und ich genieße es. Je seltener es vorkommt, dass sich jemand vom anderen Geschlecht zu einem hingezogen wird, desto wertvoller wird es. Ich möchte es weiter genießen, habe fast das Bedürfnis, darauf was aufzubauen. Das erste Treffen war so kurz, das es kaum erwähnenswert ist. Ich hatte nicht die Zeit, sie genau zu betrachten. Dann folgt das zweite Treffen. Und in dem Augenblick, in dem sie vor mir steht, passiert es. Ihr komplettes Erscheinungsbild sowie ihre Distanz, die spärliche, eigentlich nicht vorhandene Begrüßung, das alles lässt meine vorherigen Gedanken verschwinden. Kein Bedürfnis mehr nach Nähe zu dieser Person. Keine Sympathie. Sie hat keine Ausstrahlung. Wenn ich zuhöre, was sie erzählt, kommt mir das nicht sehr intelligent vor. Aber ich lass es mir nicht anmerken. Ihre Andeutungen aus den Nachrichten, dass sie meinen Körper spüren möchte, welche mich vorher beim Gedanken daran noch erregt hatten, habe ich vergessen. Ich lächel nur freundlich, weil ich sie nicht enttäuschen möchte. Und ich ersehne die Fahrt nach Hause.
Am nächsten Tag meldet sie sich wieder bei mir. Sie fragt mich, nach meinen Erfahrungen und ob ich einen ONS mit ihr haben möchte. Ich erwische mich beim Gedanken: "Warum eigentlich nicht? Ohne Verpflichtung, einfach nur die Erotik in Sinn, ist eine schöne Sache." Dann zwinge ich mich zur Erinnerung an diesen Augenblick, in dem alles verschwunden war. Wofür eintscheide ich mich??
Abends bin ich in einem Club. Die Musik ist nicht meine Richtung. Da ich jedoch sehr gute Laune habe, tanze ich auch dazu. Es macht Spaß. Dann sehe ich eine junge Frau, sie tanzt mit ihrer Freundin sehr wild und erotisch. Und sie ist sehr hübsch, hat eine schöne Figur. Sie scheint das nicht zum ersten Mal zu machen. Meine Blicke werden immer wieder von dieser Frau angezogen, ohne dass ich das bewusst tue. Sie tanzt nun weiter erotisch, nun aber mit einem Mann. Dann mit einem anderen. Und wieder mit einem anderen. Mein erster Gedanke ist, dass sie diese Männer vielleicht gut kennt. Es kann aber auch sein, dass sie das nur so aus Spaß mit fremden Männern tut. Als sie mit ihrer Freundin an der Bar ist, um sich ein Getränk zu bestellen, stelle ich mich neben sie. Mit der festen Überzeugung, einen Korb zu bekommen, lobe ich ihre tänzerischen Fähigkeiten. Zu meiner Überraschung läd sie mich sofort zu einem Tanz ein. Der Tanz ist schön, unsere Körper schmiegen sich aneinander, ihre Haut fühlt sich weich und warm an. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass mich das nicht erregt. Unsere Becken kreisen gemeinsam zum Rythmus der Musik. Als wir fertig sind, gehe ich wieder zu meinen Freunden, im Hinterkopf den Gedanken, sie später nochmal anzusprechen. Da sie so locker drauf ist, kann ich sie auch direkt fragen, ob sie mit mir mitkommt. Im Laufe des Abends sehe ich ,wie sie mit noch mehr verschiedenen Männern tanzt, denen ich zum großen Teil nicht einen einzigen Cent anvertrauen würde. Mit allen, die ihr in die Quere kommen. Und da passiert es wieder. Meine Gier nach ihr ist verschwunden. Es ist nichts besonderes mehr. Ich habe kein Interesse mehr an dieser Frau.
Ein anderen Tag telefoniere ich mit einer weiteren Frau. Ich habe sie noch nicht getroffen, aber schon mehrmals mit ihr geschrieben. Meine Sympathie ihr gegenüber bestätigt sich nicht nur, sondern sie wächst sogar. Sie hat eine angenehme, ruhige Stimme, die mich einerseits beruhigt. Andererseits wirkt alles interessant, was sie erzählt. Sie scheint in vielen Dingen mit mir auf einer Wellenlänge zu sein, das gefällt mir. Immer wieder wird das Gespräch auch lustig, verselbstständigt sich. Irgendwann bemerke ich, dass wir schon über eine Stunde telefonieren. Hätte ich nicht auf die Uhr geschaut, hätte ich es nicht vermutet. Die Zeit ist vergangen, ohne dass ich es bemerkt habe, ohne dass ich mir nur eine Sekunde überlegen musste, was ich als nächstes sage. Und auch jetzt wieder verschwindet etwas. Nur diesmal sind es die anderen beiden Frauen, die sich aus meinen Gedanken entfernt haben...

2 Kommentare:
Ja wo soll ich anfangen...
Also in dieser Hinsicht vom anderen Geschlecht "enttäuscht" zu werden, passiert bestimmt jedem mal. Aber schlimm finde ich es, wenn dann alle hübschen Frauen/Männer über ein Kamm geschoren werden!
Ich habe da auch Erfahrungen mit, sowohl ich werde ständig unterschätzt, als auch ich wurde von Männern schon enttäuscht.
Es geht mir ähnlich ich lerne einen Typen kennen, er gefällt mir vom Äußeren, ich verbringe zeit mit ihm und merke er weiß gar nicht was er redet.Seine Ansichten und was er dazu beschreibt passt nicht zusammen. Echt traurig...da nutzt sein hübsches lächeln und ein trainierter Körper auch nichts mehr...!
Auch die Austrahlung und der Charakter macht für mich einen Menschen aus! Ich hab schon Menschen erlebt die total gut aussahen, aber durch ihre Art haben sie sich so hässlich gemacht. Ich finde das echt erstaunlich! Es macht wirklich viel aus wie man sich gibt!
Tja, da heißt es wohl weiter suchen Jensi ;)
Ich schere nicht alle hübschen Frauen über einen Kamm, mit dir rede ich doch noch!! ;-)
Du hast recht, dass es viel ausmacht, wie man sich gibt. Nur leider sehen es viele Menschen nicht so. Das bringt mich auf die Idee für einen neuen Blog. Deshalb führe ich meine Gedanken dazu jetzt noch nicht aus, sondern dann in dem Blog, wenn ich ihn demnächst schreibe.
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